CVAI und CI, die Erklärung:
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Der CVAI (Cranial Vault Asymmetry Index) und der CI (Cranial Index) geben den Grad der Schädeldeformität in Prozent an. CVAI und CI sind Messformeln, die seit über 15 Jahren weltweit zur Bestimmung des Ausmaßes von Plagiozephalie und Brachyzephalie eingesetzt werden.
Loveday und De Chalain führten den CVAI in ihrer Studie (1) zu Beginn dieses Jahrhunderts (2001) als klinisches Instrument zur Erfassung von Veränderungen der Schädelasymmetrie ein. Bis 2001 wurde am häufigsten der CVA verwendet, dieser war jedoch nicht auf die Schädelgröße normiert.
Der Schädelindex (CI) wird weltweit zur Beurteilung der Brachyzephalie verwendet und entspricht dem in den Niederlanden gebräuchlichen Schädel-Hirn-Index (CPI). Der CI selbst hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht verändert, die Grenzwerte wurden jedoch kürzlich angepasst.
Aufgrund ihrer internationalen Anerkennung werden CVAI und CI bei Skully Care eingesetzt.
Die Loveday/De Chalain-Formeln (1) lauten wie folgt:

Diagonale a = Längere der Diagonalen 1 oder 2.
Diagonale b = Kürzeste Diagonale 1 oder Diagonale 2.
Der Grenzwert für eine signifikante Plagiozephalie liegt bei 3,5 %. Die Diagonalwinkel betragen 30 Grad von der Nasal-Occiput-Linie.
Die Linie verläuft von der Nase über die Mittellinie zwischen den Ohren zum Punkt des Schädels am Hinterhauptbein (mCVAI).
Skully Care misst automatisch die Länge der Diagonalen und die Längen-/Breitenlinien.
Abbildung 1. Die Länge der Linien wird gemessen
Ein Beispiel:
Das Baby auf dem Bild hat eine bevorzugte Linksseitenrotation des Kopfes, die deutlich sichtbar ist. In dieser Position ist das Schädelwachstum gehemmt. Das Wachstum in anderen Bereichen schreitet fort und führt zu einer parallelogrammförmigen Verformung. Das Kopfvolumen bleibt gleich, sodass ausreichend Platz für das Gehirn vorhanden ist.
Die Diagonale b (von links hinten nach rechts vorne) ist deutlich kürzer als die Diagonale a (von rechts hinten nach links vorne). Dies zeigt sich im CVAI-Wert. Bei diesem Kind beträgt der CVAI 6,2 %, was bedeutet, dass die Diagonale a 6,2 % länger ist als die Diagonale b. Sie fällt damit gerade noch in die Kategorie 2, eine leichte Plagiozephalie.
Man könnte meinen: Das Baby auf dem Bild hat auch Brachyzephalie. Der Kopf wirkt recht rund, während die ideale Kopfform eher länglich ist. Diese Form hängt von genetischen Faktoren und kulturellen Unterschieden ab. Die Linie von Ohr zu Ohr ist
Die Strecke von der Nase zum Hinterkopf ist kürzer. Wären diese Linien gleich lang, läge der CI bei 100 %, was auf eine schwere Brachyzephalie hindeutet. Bei diesem Kind beträgt der CI 94 %, was auf eine leichte Brachyzephalie schließen lässt. Die meisten Forscher betrachten einen Schwellenwert von 90 % für Brachyzephalie als Kriterium.
Grenzwerte und Skala:
Die Plagiocephalie-Schweregradskala (2) klassifiziert den Schweregrad der Schädeldeformität in 5 Stufen.
Dadurch wird schnell deutlich, wie man Plagiozephalie interpretiert.
1. Normal
2. Mild
3. Mittel
4. Mittelgradig bis schwer
5. Ernst bis sehr ernst
Brachyzephalie hat 4 Ausprägungen:
1. Normal
2. Mild
3. Mittelgradig bis schwer
4. Ernst bis sehr ernst
Im Jahr 2006 entwickelten Forscher des Children's Healthcare of Atlanta die CHOA, oder Children's Healthcare of Atlanta Plagiozephalie-Schweregradskala 2).
Siehe untenstehendes Diagramm.

Abbildung 2. Bearbeitung der Schweregradskala für die Plagiozephalie im Gesundheitswesen von Atlanta.
Übersetzung und Redaktion: EJ van der Grift, Kinderphysiotherapeut und Mitbegründer von Skully Care.
Quellen:
Loveday BP, der Chalain TB. Aktive Gegenpositionierung oder Orthese zur Behandlung der Positionsplagiozephalie? Das Journal of Craniofacial Surgery. 2001.
Holowka MA, Reisner A, Giavedoni B, Lombardo JR, Coulter C. Schweregradskala für Plagiozephalie zur Unterstützung klinischer Behandlungsempfehlungen. Das Journal of Craniofacial Surgery. 2017.
